News

16.04.2017

WM-Team Deutschland im Porträt: Abbas Baraou

Er gilt als eine große „Hoffnung für die Heim-WM“: So titelt das Fachmagazin BoxSport in seiner aktuellen Ausgabe. Die Rede ist von Abbas Baraou (hier rechts im Bild in Rot). Der 22-jährige Oberhausener bereitet sich bei Trainer Ralf Dickert in Berlin auf die Titelkämpfe vom 25. August bis 2. September in Hamburg vor. Er ist die deutsche Nummer eins im Weltergewicht bis 69 Kilogramm. Das hat der in Aalen geborene Boxer mit togolesischen Wurzeln zuletzt beim international renommierten Chemiepokal-Turnier (CPT) in Halle an der Saale Mitte März wieder eindrucksvoll bewiesen. Bei der 44. Auflage holte Baraou nach der Silbermedaille 2015 diesmal erneut Gold.

Mit dem Titel Chemiepokal-Sieger durfte sich der supersympathische Boxer schon zweimal schmücken. Damals gelang ihm mit erst 19 Jahren der Durchbruch in der Eliteklasse der Männer. Zuvor hatten das Nachwuchstalent allenfalls Insider und Boxfans aus seinem Heimatlandesverband Nordrhein-Westfalen schon so richtig auf dem Zettel. Doch bereits der begeisternde Halbfinalsieg des Youngsters gegen den wesentlich erfahreneren amtierenden irischen Meister Stephen Donelly sorgte beim damaligen CPT für ein hörbares Raunen in der Fachwelt. Und nach dem Finalsieg gegen den Chinesen Liu wurde Baraou vom Publikum regelrecht gefeiert. Rhythmisches Klatschen und „Abass“-Rufe waren schon während des Kampfs zu hören. Am Ende kürte man Baraou zum „besten Kämpfer“ des Turniers. Und seitdem ist er eine feste Größe.

Bei Ring Frei Oberhausen hat Abbas Baraou das ABC des Boxens erlernt. Der früher selbst erfolgreiche Boxer und heutige Trainer Mohammed Guettari hat das Potenzial des Jungen schon vor längerem erkannt und den früheren Problemjugendlichen auch charakterlich geformt. So packte sein Schützling auch die Mittlerere Reife. Die sportlichen Erfolge ließen ebenso nicht lange auf sich warten: Das Naturtalent wurde mehrfach Nordrhein-Westfalen-Meister und nationaler Nachwuchschampion. Der fünfte Platz bei den Jugend-WM 2012 zeigte das große internationale Potenzial auf. National ist er sowieso spitze: Inzwischen hat Baraou schon drei Deutsche Meistertitel in der Elite-Klasse in der Tasche.

„Dabei war meine Mutter früher immer dagegen, dass ich boxe“, erzählt Baraou gerne. Doch als die Mama einmal beim Training zugeschaut hatte, erkannte sie glücklicher Weise, wie viel Spaß ihr Junge beim Boxen hat. Im Jahr 2014 wechselte er vom Sportinternat Münster zum Sportinternat Berlin. Bei den 1. European Games 2015 sprang bereits ein beachtlicher fünfter Platz für Baraou heraus. Leider unterlag er bei der Olympiaqualifikation in Aserbaidschan im Viertelfinale dem erfahreneren Ungarn Imre Balazs Bacskaj. Doch das hat Baraou längst abgehakt – und die WM in Hamburg als nächstes Ziel vor den Augen. Wie sagte Trainer Dickert kurz nachdem er Baraou unter seine Fittiche genommen hatte? „Das Kämpfen ist seine Stärke.“

Info
Die WM-Titel im olympischen Boxen werden in folgenden zehn Gewichtsklassen vergeben: Halbfliegen- (bis 49 Kilogramm Körpergewicht), Fliegen- (bis 52 Kilogramm), Bantam- (56), Leicht- (60), Halbwelter- (64), Welter- (69), Mittel- (75), Halbschwer- (81), Schwer- (91) und Superschwergewicht (über 91 Kilogramm). Als WM-Gastgeber stellt Deutschland ein komplettes Team, also zehn Starter, die automatisch qualifiziert sind. In loser Folge stellen wir auf dieser Seite die jeweilige Nummer eins mit dem Bundesadler auf der Trikotbrust vor, die der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) nach dem Internationalen Chemiepokal-Turnier (CPT) in Halle 2017 nominiert hat. Dort gewann Deutschland drei Goldmedaillen und platzierte sich hinter der Boxnation Kasachstan auf Rang zwei. Das beim Weltverband AIBA renommierte CPT hat traditionell den Charakter einer „Mini-WM“.

© Peter Jaschke

sponsored by

Send this to a friend