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19.04.2017

WM-Team Deutschland im Portrait: Hamza Touba

Für einen der zehn deutschen Boxer mit dem Bundesadler auf der Brust steht die WM vom 25. August bis 2. September in Hamburg unter einem besonders guten Stern: Arbeitet doch Hamza Touba (25) bei der Mercedes-Benz Niederlassung Heidelberg-Mannheim. In dieser Region zwischen Rhein und Neckar lebt der geborene Neusser bereits seit zehn Jahren. Denn dort, genauer: in Heidelberg, befindet sich auch der Olympiastützpunkt mit seinem Box-Internat, wo die heutige Nummer Eins im deutschen Fliegengewicht bis 52 Kilogramm mit 15 Jahren einzog. Folgt ihm auf Facebook.

Heute hat der frühere Hauptschüler Touba das Fachabitur und eine kaufmännische Ausbildung gemacht. Von seinem Arbeitgeber Mercedes-Benz wird er für Wettkämpfe und Trainingslager freigestellt, sodass er perfekt Leistungssport ausüben kann. Er hat 2015 bei den 1. European Games Bronze gewonnen und vergangenen Sommer an den Olympischen Spiele von Rio teilgenommen. Und nun vertritt auch er Deutschland bei  den ersten Heim-Weltmeisterschaften seit 22 Jahren.

Dabei wäre er beinahe Ringer geworden wie sein Bruder Mimoun, der für seine Heimatstadt Neuss lange in der 1. Bundesliga gekämpft hat und Deutscher Meister war. Hamza wurde immerhin Westdeutscher Meister, bevor er der Faszination Boxern erlag. Zum Glück: Seit 2010 gewann er schon viele Deutsche Meisterschaften, allein in der Eliteklasse fünf Mal. Als Youngster zog er 2007 ins Finale der EU-Meisterschaften der Kadetten ein und holte Silber. Vor fünf Jahren brachte er Bronze von den U22-Europameisteschaften in Russland mit nach Hause zurück.

Diese Bilanz und Siege bei Turnieren sowie in der semiprofessionellen World Series Of Boxing des Weltverbands AIBA beweisen, dass Toptechniker Touba längst zur internationalen Spitze seines Limits zählt. Die Vorliebe für den ebenso wie das Ringen ur-olympischen Faustkampf teilt er übrigens mit seiner Ehefrau Pinar Touba, eine geborene Yilmaz, die im Fliegengewicht der Frauen eine feste Größe ist und das Ticket für den Flieger nach Rio 2016 nur knapp verpasste.

Dass er selbst in Rio früh ausschied, hat Touba längst abgehakt. Sein Vorbild ist und bleibt Zoltan Lunka, einer seiner Trainer beim Deutschen Boxsport-Verband (DBV): Der Olympiadritte von 1996 gehörte nämlich zur legendären deutschen Gastgeberstaffel bei den WM in Berlin und wurde dort vor 22 Jahren Weltmeister im Fliegengewicht. Wenn das kein weiterer guter (Leit-)Stern ist…

Auf boxing2017.com stellen wir noch weitere Spitzenboxer aus dem deutschen Team für die World Boxing Championships 2017 in Hamburg vor: Abbas Baraou. Folgt uns auf Facebook oder schaut hier regelmäßig vorbei – es kommen bald neue!

Info
Die WM-Titel im olympischen Boxen werden in folgenden zehn Gewichtsklassen vergeben: Halbfliegen- (bis 49 Kilogramm Körpergewicht), Fliegen- (bis 52 Kilogramm), Bantam- (56), Leicht- (60), Halbwelter- (64), Welter- (69), Mittel- (75), Halbschwer- (81), Schwer- (91) und Superschwergewicht (über 91 Kilogramm). Als WM-Gastgeber stellt Deutschland ein komplettes Team, also zehn Starter, die automatisch qualifiziert sind. In loser Folge stellen wir auf dieser Seite die jeweilige Nummer eins mit dem Bundesadler auf der Trikotbrust vor, die der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) nach dem Internationalen Chemiepokal-Turnier (CPT) in Halle 2017 nominiert hat. Dort gewann Deutschland drei Goldmedaillen und platzierte sich hinter der Boxnation Kasachstan auf Rang zwei. Das beim Weltverband AIBA renommierte CPT hat traditionell den Charakter einer „Mini-WM“.

© Peter Jaschke

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