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28.04.2017

WM Team Deutschland im Portrait: Christos Cherakis

Mit seinen knapp 20 Jahren ist Christos Cherakis (hier auf dem Foto links im roten Dress) nicht nur Spitzenboxer, sondern auch ein Superschüler. So ist das Halbfliegengewicht vom MBC Ludwigsburg einerseits für die WM vom 25. August bis 2. September in Hamburg nominiert und wurde andererseits kurz zuvor bereits zum zweiten Mal zum „Elite-Schüler des Jahres“ ernanntFolgt ihm auf Facebook! 

Eliteschüler und Spitzenboxer

An „seiner“ Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg bereitet sich das Toptalent derzeit auf das Abitur vor. Und am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar in derselben Stadt trainiert der trotz seines jungen Alters bereits zweifache Deutsche Elite-Meister im Limit bis 49 Kilogramm gleichzeitig für die Heim-WM.

Auf Youtube findet könnt Ihr Euch seinen Kampf gegen Dennis Weber ansehen:

Mit dem Titel in der Männerklasse stach der aus Ludwigsburg stammende Christos Cherakis 2016 nicht nur sportlich heraus, sondern er glänzte auch mit schulischen Leistungen. Die dank eines örtlichen  Sponsoren mit 7.000 Euro dotierte Auszeichnung, die dem OSP in Heidelberg zugutekommt, nahm er nach 2014 im vergangenen Dezember erneut entgegen. Zwei Mal nahm Cherakis 2015 und 2016 auch an Qualifikationsturnieren für die Spiele von Rio teil, weshalb der Abi-Prüfungstermin um ein Jahr verschoben wurde. Seit Jahren ist er in Deutschland die Nummer Eins seiner jeweiligen Altersklasse im leichtesten Limit des Faustkampfs.

Doch kam Cherakis eher zufällig zum Boxen: Sein Vater Panagiotis besuchte mit dem damals Zwölfjährigen ein Fitnessstudio, das auch Boxen anbot. Christos erlag der Faszination. Heute ist der junge Mann eines der Asse im  Heidelberger Sportinternat des Olympiastützpunkts. Zu seinen Stärken gehört seine Beinarbeit, wie es sich für eine „Halbfliege“ gehört, die auch international erfolgreich sein möchte. Als seine gefährlichste Waffe gilt die pfeilschnelle Führhand. Nun will der wieselflinke Cherakis seine Klasse auch bei der WM unter Beweis stellen.

Cherakis glänzt durch flinke Beinarbeit und präzise Schlaghand

Für großes Aufsehen sorgte Cherakis beim 43. Chemiepokal-Turnier (CPT) in Halle/Saale, der „Mini-WM“ auf deutschem Boden, im vergangenen Jahr: Damals gelang ihm, allerdings im Fliegengewicht bis 52 Kilogramm, eine Sensation, als er Chinas haushohen Favoriten Bin Lyu mit 2:1 nach Punkten schlug, und damit den amtierenden Weltmeister der inzwischen eingestellten Profiserie APB des Weltverbands AIBA. Die Analyse auf der Internetseite des Deusthen Boxsport-Verbands (DBV) lautet: „Seine flinke Beinarbeit und die präzise Schlaghand überraschten den Chinesen.“

Christos Cherakis (Blau) haelt Lyu Bin unten

Seit 2011 ist dieser Spitzentechniker im Ring Mitglied bei MBC Ludwigsburg, wo er von keinem Geringeren als dem Ressortleiter Leistungssport im Landesverband Baden-Württemberg betreut wird: Achim Böhme hielt von Anfang an große Stücke auf seinen leichtesten Schützling, der zuvor drei Jahre lang bei den Kampfsportfreunden Bönnigheim geboxt hat. Und so schickte er Cherakis stehenden Fußes zu den Nachwuchs-Landesmeisterschaften, wo der damals 15-jährige auf Anhieb seinen ersten Titel gewann. Viele weitere folgten. Deshalb ist Cherakis folgerichtig die deutsche WM-Hoffnung im Halbfliegengewicht. Sein Vorbild ist Mike Tyson, der frühere US-amerikanische Schwergewichtsprofi. Und wenn auch Cherakis naturgemäß nicht so viele Kilos auf die Waage bringt, so sind sein Punch, seine Dynamik, sein Biss und sein Kampfeswille ebenso Weltklasse. Deshalb soll die nächste Station nach Abitur und WM in Hamburg für ihn Olympia 2020 in Tokio heißen.

Auf boxing2017.com stellen wir noch weitere Spitzenboxer aus dem deutschen Team für die World Boxing Championships 2017 in Hamburg vor: Hamza ToubaAbbas Baraou. Folgt uns auf Facebook oder schaut hier regelmäßig vorbei – es kommen bald neue!

Info
Die WM-Titel im olympischen Boxen werden in folgenden zehn Gewichtsklassen vergeben: Halbfliegen- (bis 49 Kilogramm Körpergewicht), Fliegen- (bis 52 Kilogramm), Bantam- (56), Leicht- (60), Halbwelter- (64), Welter- (69), Mittel- (75), Halbschwer- (81), Schwer- (91) und Superschwergewicht (über 91 Kilogramm). Als WM-Gastgeber stellt Deutschland ein komplettes Team, also zehn Starter, die automatisch qualifiziert sind. In loser Folge stellen wir auf dieser Seite die jeweilige Nummer eins mit dem Bundesadler auf der Trikotbrust vor, die der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) nach dem Internationalen Chemiepokal-Turnier (CPT) in Halle 2017 nominiert hat. Dort gewann Deutschland drei Goldmedaillen und platzierte sich hinter der Boxnation Kasachstan auf Rang zwei. Das beim Weltverband AIBA renommierte CPT hat traditionell den Charakter einer „Mini-WM“.

© Peter Jaschke

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