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09.05.2017

WM-Team Deutschland im Portrait: Silvio Schierle

Zu den ganz jungen im WM-Team Deutschland zählt der Sohn eines kubanischen Boxers: Silvio Schierle ist die Nummer 1 im Mittelgewicht bis 75 Kilogramm. Der 20-jährige Thüringer hat sich beim jüngsten Internationalen Chemiepokal-Turnier (CPT) für seinen Start vom 25. August bis 2. September in der Hansestadt qualifiziert. Sein mittelfristiges Ziel: Olympia 2020 in Tokio. Er gehört zum Perspektivkader des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV). Als Sportsoldat der Bundeswehr und nach seiner kürzlich absolvierten Grundausbildung kann sich Schierle am Olympiastützpunkt Brandenburg in Frankfurt/Oder nun weiter optimal auf alle sportlichen Höhepunkte der nächsten Jahre vorbereiten. Folgt ihm auf facebook.

Bundeswehr ermöglicht optimale Vorbereitung

Was viele nicht wissen: Die Bundeswehr ist seit dem Beschluss des Deutschen Bundestages aus dem Jahr 1968, Sportfördergruppen aufzustellen, einer der größten Unterstützer des Hochleistungssports in Deutschland und unterstützt damit eine gesamtstaatliche Aufgabe. Denn Sport hat einen hohen gesellschaftspolitischen Wert. Dies gilt in gesundheitlicher und sozialer Hinsicht. Spitzensportler repräsentieren nach außen die Bundesrepublik Deutschland. Und sie werden als Vorbilder und Botschafter ihrer Disziplin wahrgenommen.

Mittelgewichtler Schierle gilt diesbezüglich als hervorragendes Beispiel. Bei den Trainern Tobias Gorf und Lutz Grau vom 1. SSV Saalfeld hat er das ABC des Faustkampfs gelernt. Seit 2010 besucht er bereits das Leistungszentrum Frankfurt/Oder. Dort betreuen Michael Stachewicz, Andreas Schulze, Andreas Ziebe, Steffen Haupt, Roland Köber und Gunnar Berg die Talente. Und in der Folge kann sich auch Schierles weitere Bilanz sehen lassen. Kontinuität kennzeichnet seinen Weg: Bei den Junioren-DM in Bad Blankenburg gewann er 2012 und 2013 den Meistertitel. Die Junioren-WM 2012 beendete er mit einem beachtlichen fünften Platz (Viertelfinale).

Behutsamer Aufbau hat sich ausgezahlt

Bei Internationalen Deutschen Jugend-Meisterschaften in Köln 2014 und im Jahr darauf in Hamburg holte Schierle ebenso jeweils die Goldmedaille. Damals noch im Welter-Limit bis 69 Kilogramm wird er 2015 auch Dritter der U21-DM. Siege bei renommierten Turnieren wie dem Internationalen Brandenburg-Cup (bester Kämpfer 2015) und Turnieren weltweit pflastern seinen weiteren Weg. 2015 startete Schierle auch bei U19-EM und erreicht das Viertelfinale. Inzwischen gehört er zum Team des Erstligisten SV Nordhausen und steht so auch als Paradebeispiel für den behutsamen Aufbau eines Amateurboxers.

„Jetzt ist er in der Elite-Klasse angekommen”, sagte Nordhausens Teammanager Michael Döring anerkennend nach dem ersten und auf Anhieb erfolgreichen Start Schierlings für die mit deutschen WM-Startern wie beispielsweise Abbas Baraou gespickte Mannschaft. Beim CPT hinterließ der Saalfelder mit einem klaren Sieg gegen den Weißrussen Andrej Mikhailau einen starken Eindruck, als er immer wieder konzentriert mit seiner Schlaghand punktete. Nach dem Start in der 1. Bundesliga und der Qualifikation für die WM hat sich Schierle in kurzer Zeit zwei Träume erfüllt. Da geht 2017 sicher noch etwas, denn aller guten Dinge sind bekanntlich drei.

Auf boxing2017.com stellen wir noch weitere Spitzenboxer aus dem deutschen Team für die World Boxing Championships 2017 in Hamburg vor: Christos Cherakis, Hamza ToubaAbbas Baraou. Folgt uns auf Facebook oder schaut hier regelmäßig vorbei – es kommen bald neue!

Info
Die WM-Titel im olympischen Boxen werden in folgenden zehn Gewichtsklassen vergeben: Halbfliegen- (bis 49 Kilogramm Körpergewicht), Fliegen- (bis 52 Kilogramm), Bantam- (56), Leicht- (60), Halbwelter- (64), Welter- (69), Mittel- (75), Halbschwer- (81), Schwer- (91) und Superschwergewicht (über 91 Kilogramm). Als WM-Gastgeber stellt Deutschland ein komplettes Team, also zehn Starter, die automatisch qualifiziert sind. In loser Folge stellen wir auf dieser Seite die jeweilige Nummer eins mit dem Bundesadler auf der Trikotbrust vor, die der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) nach dem Internationalen Chemiepokal-Turnier (CPT) in Halle 2017 nominiert hat. Dort gewann Deutschland drei Goldmedaillen und platzierte sich hinter der Boxnation Kasachstan auf Rang zwei. Das beim Weltverband AIBA renommierte CPT hat traditionell den Charakter einer „Mini-WM“.

© Peter Jaschke

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