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25.05.2017

WM-Team Deutschland im Porträt: Omar El-Hag

Er galt fachkundigen Beobachtern schon als Finalsieger bei den Deutschen U21-Titelkämpfen vor vier Jahren als ein Ausnahmetalent: Omar El-Hag vom TSC Berlin. Und siehe da: Noch im selben Jahr 2013 holte der damals erst 19-jährige Bronze-Gewinner der Jugend-Weltmeisterschaften von 2012 auch noch den dritten Platz bei der nationalen Elite im Limit bis 56 Kilogramm (Bantamgewicht). Es folgte bald darauf der erste von zwei Vizemeistertiteln 2015 und 2016 bei den Deutschen Meisterschaften im bayrischen Straubing. Und vor knapp zwei Jahren bestand El-Hag schließlich seine internationale Bewährungsprobe im Elitebereich, indem er mit damals 21 Jahren bei den 1. Europaspielen in Baku das Viertelfinale erreichte.

Aufnahme in die Nachwuchselite-Förderung

Schon 2014 wurde El-Hag neben weiteren deutschen Jung-Assen aus mehreren Disziplinen in einer TV-Kampagne präsentiert: Im Fokus des Spots standen Sportler, die in die Nachwuchselite-Förderung aufgenommen wurden. (http://www.bundesliga.de/de/liga/news/neue-tv-kampagne-bundesliga-stiftung-unterstuetzt-die-nachwuchselite-der-deutschen-sporthilfe.jsp) Ziel der dahinterstehenden Kooperation zwischen Bundesliga-Stiftung und Deutscher Sporthilfe ist es, junge Athleten außerhalb des Fußballs zu fördern. Dieser Spot lief bei den Fernsehsendern Sky, ARD und Sport1 und zeigt schlaglichtartig auf, wie viel harte Arbeit auch hinter den Erfolgen von El-Hag steht.

Box- ansatt Fussballkarriere

Seine Siege sind nämlich kein Wunder: Der 1994 in Herzberg am Harz geborene Bantam-Boxer gilt im Ring als wieselflink und außerhalb als ebenso fleißig wie zielstrebig: Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann ordnet sein Leben dem Leistungssport unter. Dabei wäre sein Box-Talent „beinahe im Verborgenen geblieben“, wie Peter Stein von der Märkischen Allgemeinen Zeitung einmal schrieb: Als er acht Jahre war, zog seine Familie nach Hannover. Dort wollte der Sohn eines Libanesen und einer Polin eigentlich gerne kicken gehen. Aber der Monatsbeitrag dort hätte das Familienbudget zu sehr belastet. Ein Freund soll ihm dann vom Boxen berichtet haben und dass dort ein deutlich geringerer Beitrag zu zahlen sei. Das Boxen konnte sich die Familie auch leisten. Und so kam El-Hag zu Heros-Eintracht 1920 Hannover und damit einem der ältesten Box-Clubs Deutschlands.

Wechsel zur “Eliteschule des Sports”

Später wechselte er an die Sportschule Berlin. Damit war der der heutige Schützling von Bundestrainer Ralf Dickert und Berlins Landestrainer Egon Omsen an der richtigen Adresse angekommen. Denn das Schul- und Leistungssportzentrum Berlin (SLZB), hervorgegangen aus der Fusion der zwei Sportschulen Werner-Seelenbinder- und Coubertin-Gymnasium, ist nämlich auf die Bedürfnisse leistungssportlich trainierender Schüler ausgerichtet und ermöglicht alle Bildungsabschlüsse. Das erklärte Ziel des SLZB ist eine optimale sportliche Förderung von Kindern und Jugendlichen im Einklang mit einer hochwertigen schulischen Ausbildung. Bereits zweimal, 2007 und 2014, wurde das SLZB als „Beste Eliteschule des Sports” ausgezeichnet.

Als Absolvent dieser Berliner Schule und Athlet des Olympiastützpunkts in der Bundehauptstadt bedeutete es El-Hag viel, zuletzt für den Erstligisten und Deutschen Vizemeister Hertha BSC die Handschuhe überzustreifen. Zuvor kämpfte er für Motor Babelsberg erfolgreich in der Bundesliga. Stets besticht der Europaspiele-Fünfte im Ring durch ein gutes Auge und schnelle Hände. El-Hag erkennt immer die Lücke in der Deckung des Gegners und landet dann seine Treffer mit berühmt-berüchtigten Schlagkombinationen. Damit will er auch das Publikum in Hamburg begeistern: bei den WM vom 25. August bis 2. September.

Auf boxing2017.com stellen wir noch weitere Spitzenboxer aus dem deutschen Team für die World Boxing Championships 2017 in Hamburg vor: Igor Teziev, Silvio Schierle, Christos Cherakis, Hamza ToubaAbbas Baraou. Folgt uns auf Facebook oder schaut hier regelmäßig vorbei – es kommen bald neue!

Info
Die WM-Titel im olympischen Boxen werden in folgenden zehn Gewichtsklassen vergeben: Halbfliegen- (bis 49 Kilogramm Körpergewicht), Fliegen- (bis 52 Kilogramm), Bantam- (56), Leicht- (60), Halbwelter- (64), Welter- (69), Mittel- (75), Halbschwer- (81), Schwer- (91) und Superschwergewicht (über 91 Kilogramm). Als WM-Gastgeber stellt Deutschland ein komplettes Team, also zehn Starter, die automatisch qualifiziert sind. In loser Folge stellen wir auf dieser Seite die jeweilige Nummer eins mit dem Bundesadler auf der Trikotbrust vor, die der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) nach dem Internationalen Chemiepokal-Turnier (CPT) in Halle 2017 nominiert hat. Dort gewann Deutschland drei Goldmedaillen und platzierte sich hinter der Boxnation Kasachstan auf Rang zwei. Das beim Weltverband AIBA renommierte CPT hat traditionell den Charakter einer „Mini-WM“.

© Peter Jaschke

 

 

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