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01.06.2017

WM-Team Deutschland im Porträt: Max Keller

Ein Kampf des mehrfachen Profi-Weltmeisters Felix Sturm aus Leverkusen im Fernsehen hat den aus Aachen stammenden Max Keller zum Boxen gebracht. Das war vor zehn Jahren. Heute ist der 25-Jährige Student die deutsche Hoffnung Nummer 1 im Superschwergewicht bei den WM in Hamburg vom 25. August bis 2. September. Folgt ihm auf Facebook! 

Hoffnung Nummer 1 im Superschwergewicht

„Mich hat damals die Schnelligkeit und Explosivität dieser Disziplin sofort fasziniert“, sagte Keller 2014 in einem Interview mit der „Aachener Zeitung“. In jenem Jahr war er gerade Deutscher Vizemeister geworden. 2015 holte Keller erstmals den Titel in der Eliteklasse, nahm zuvor an den Europaspielen in Baku teil und gewann vor allem Silber beim Internationalen Chemiepokal-Turnier, der weltweit renommierten „Mini-WM“ in  Halle. Dort qualifizierte er sich im vergangenen Frühjahr mit Bronze für die bevorstehende WM.

Erst Judo und  Fußball, dann Boxen

„Ich bin hoch motiviert, mich optimal vorzubereiten“, erklärt der fast zwei Meter große und rund 110 Kilogramm schwere Keller. Mit dementsprechend viel Wucht platziert er seine Schlagkombinationen. Mit dem SV Nordhausen feierte der im Ring aber auch auf Technik bedachte Kämpfer in der nach oben offenen Königsklasse der zehn Limits im Boxen erst kürzlich die Mannschaftsmeisterschaft. Sein Erfolg hat viele Väter, wie es auch im leistungssportlichen Boxen häufig der Fall ist: Beim BC Helios Aachen wurde Keller anfangs seiner Karriere von Peter Thoma und Thomasz Duda trainiert. Da war der im rheinländischen Stolberg in der Städteregion Aachen geborene und aufgewachsene Max 15 Jahre alt. Vorher hatte er länger den Kampfsport Judo trainiert und auch gekickt.

Bei seinem heutigen Aachener Verein PTSV machte ihn Trainer Achim John 2009 zum deutschen Jugendmeister. Auch PTSV-Coach Manfred Lutter ist Keller bis heute verbunden. An die Spitze im Elitebereich hat ihn am Olympiastützpunkt in Köln Gregory Tolkovets geführt. Außerdem ist Josef Gottfried seit vielen Jahren ein enger Vertrauter: „Er ist mein Mentor, der mir immer den Rücken freihält, so dass ich mich voll auf meine Arbeit konzentrieren kann“, betont Keller. Und diese mentale Unterstützung funktioniert: Mit seinem Titel bei den jüngsten Deutschen Meisterschaften trug Keller dazu bei, dass sein Landesverband Nordrhein-Westfalen (NRW) mit insgesamt drei Finalsiegern als bester abschnitt.

Olympiamedialle in Tokio 2020 im Visier

Überaus dankbar ist Keller, der inzwischen an seinem Trainings- und Studienort in Köln wohnt, neben seinen Trainern und Gottfried auch seiner Familie: „Ich bin froh dass meine Familie mich unterstützt, weil es mir sonst nicht mehr möglich wäre, Universität und WM-Vorbereitung zu schaffen“, berichtet der Student an der Uni Köln. Zurzeit arbeitet er parallel zum Training auch an seiner Masterarbeit in anwendungsorientierter Psychologie. Weil sein Förderplatz aufgrund der Spitzensportreform in Deutschland entfallen ist, sucht Keller nun Sponsoren. Denn er verfolgt zwei große Ziele: die wissenschaftliche Promotion – und weiterhin eine Olympiamedaille. Als Superschwergewichtler, der in der Regel länger reift als leichtere Boxer, wäre er bei den Spielen von Tokio 2020 im richtigen Alter für einen solchen Triumph. Die WM 2017 in Hamburg ist ein erster Schritt.

S.a.: http://www.sportart3.com/athletes/localhero/max-keller.html

Auf boxing2017.com stellen wir noch weitere Spitzenboxer aus dem deutschen Team für die World Boxing Championships 2017 in Hamburg vor: Omar El-Hag, Igor Teziev, Silvio Schierle, Christos Cherakis, Hamza ToubaAbbas Baraou. Folgt uns auf Facebook oder schaut hier regelmäßig vorbei – es kommen bald neue!

Info
Die WM-Titel im olympischen Boxen werden in folgenden zehn Gewichtsklassen vergeben: Halbfliegen- (bis 49 Kilogramm Körpergewicht), Fliegen- (bis 52 Kilogramm), Bantam- (56), Leicht- (60), Halbwelter- (64), Welter- (69), Mittel- (75), Halbschwer- (81), Schwer- (91) und Superschwergewicht (über 91 Kilogramm). Als WM-Gastgeber stellt Deutschland ein komplettes Team, also zehn Starter, die automatisch qualifiziert sind. In loser Folge stellen wir auf dieser Seite die jeweilige Nummer eins mit dem Bundesadler auf der Trikotbrust vor, die der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) nach dem Internationalen Chemiepokal-Turnier (CPT) in Halle 2017 nominiert hat. Dort gewann Deutschland drei Goldmedaillen und platzierte sich hinter der Boxnation Kasachstan auf Rang zwei. Das beim Weltverband AIBA renommierte CPT hat traditionell den Charakter einer „Mini-WM“.

© Peter Jaschke

 

 

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